Zusammenfassung
- Die drei klassischen Brennweiten für Porträts sind 85mm, 50mm und 135mm auf Vollformat; auf APS-C entsprechen sie etwa 56mm, 35mm und 90mm.
- Ein gebrauchtes 85mm f/1.8 unter 400 Euro schlägt fast immer ein neues 85mm f/1.4 für 1.500 Euro, wenn man nicht im Studio fotografiert.
- Bei Gebrauchtkauf sind die kritischen Prüfungen: öliger Iris, Zentrierung, elektronische Blendenkabel und AF-Motor: Drei Minuten Test sparen Reparaturen von 200 Euro.
- Adaptierte Vintage-Objektive funktionieren gut für stilisierte Porträts, verlieren aber den Autofokus: Sinnvoll nur, wenn man sich zu 100% auf manuelle Fokussierung einlässt.
Jede Woche passiert mir am Tresen dasselbe. Jemand kommt mit seiner neuen Mirrorless, Kit-Zoom 18-50mm, und fragt nach dem richtigen Objektiv für Porträts der Kinder oder des Partners. Das Kit-Zoom macht nichts falsch, es ist schlicht für etwas anderes gemacht: Für das Porträt braucht man eine lange Brennweite und eine offene Blende, zwei Dinge, die das Basis-Zoom nicht bietet.
In dieser Anleitung erkläre ich, worauf ich achte, wenn ein Kunde mich um Rat zu einer Porträt-Optik bittet, was ich im Labor vor dem Wiederverkauf eines gebrauchten Objektivs prüfe und welche Kombinationen aus Kameragehäuse und Objektiv wirklich funktionieren, ohne professionelle Summen auszugeben. Keine generischen Top-10-Rankings: konkrete Entscheidungen mit Begründungen.
Worauf wir bei einem Porträtobjektiv wirklich achten
Ein gutes Porträtobjektiv tut drei Dinge: Es trennt das Motiv vom Hintergrund, stellt die Haut glaubwürdig dar und fokussiert dort, wo Sie es wünschen, ohne dass der Auslöser entgeht. Alles andere – der Preis, das rote Logo am Ring, die Anzahl der asphärischen Linsen im optischen Aufbau – kommt danach. Bevor man auf spezifische Modelle eingeht, sollte man verstehen, was man wirklich kauft, wenn man 200 bis 1.500 Euro für ein Festbrennweitenobjektiv ausgibt.
Brennweite: Warum Sie Kompression kaufen, nicht Zoom
Die lange Brennweite bringt Sie dem Motiv nicht näher, sondern komprimiert die Ebenen. Es ist ein Unterschied, der alles verändert. Ein 50mm bei zwei Metern Abstand zum Gesicht zeigt Nase und Wangenknochen mit stärkeren Proportionen; dasselbe Gesicht, aufgenommen mit einem 135mm aus fünf Metern Entfernung, wirkt flacher, mit komprimierten Gesichtszügen und einem Hintergrund, der wie hinter dem Kopf geklebt scheint.
Diese Kompression ist der Grund, warum mittellange Brennweiten Gesichter schmeicheln. Nicht, weil sie „mehr unscharf sind", sondern weil sie die perspektivische Verzerrung korrigieren, die ein Weitwinkel betont. Wenn Sie mit einem 35mm bei anderthalb Metern fotografieren, wird die Nase des Motivs zum Hauptdarsteller. Mit einem 85mm bei derselben Bildausschnitt sind Sie drei Meter entfernt und die Geometrie des Gesichts wird wieder natürlich.
Blende: Der Unschärfe-Effekt ist ein Werkzeug, kein Ziel
F/1.4 scheint immer besser zu sein als f/1.8, bis man es wirklich einsetzt. Bei voller Blende an einem 85mm ist die Schärfentiefe auf zwei Meter etwa 5 Zentimeter: Das Auge scharf, das Ohr bereits weich. Verfehlt man die Schärfe um wenige Zentimeter, ist der Auslösung zu entsorgen.
Hier ist, wann jede Blende sinnvoll ist:
- f/1.4: stilisiertes Porträt, Nahaufnahme, stehendes Motiv, schwierige Lichtverhältnisse. Kostet das Dreifache, wiegt das Doppelte und arbeitet nur gut, wenn mindestens auf f/2 abgeblendet wird.
- f/1.8: der Gleichgewichtspunkt für 90 % der Porträtfotografen. Ausreichende Unschärfe, geringes Gewicht, fairer Preis, bereits bei voller Blende hervorragende Schärfe bei modernen Modellen.
- f/2.8: Zoom für Reportage und Hochzeiten. Ausreichende Unschärfe zur Isolierung bei langen Brennweiten (135 mm, 200 mm), deutlich mehr Vielseitigkeit.
Bokeh, Mikrokontrast, Übergänge: Worauf man achten sollte
Die Spezifikationen verraten Ihnen nicht, wie das Objektiv zeichnet. Zwei 85mm f/1.8 derselben Generation können sehr unterschiedliche Dateien erzeugen. Wenn wir eine Optik im Labor bewerten, achten wir auf die Form der unscharfen Punktlichter (die Bokeh-Kreise sollten rund sein, nicht limonenförmig zu den Rändern hin), darauf, wie der Fokus in die Unschärfe übergeht (ein abrupter Übergang erzeugt den klassischen „Zeichentrick“-Effekt) und auf den Mikrokontrast auf schräg beleuchteter Haut.
Das sind Eigenschaften, die man erst sieht, wenn man die RAW-Dateien auf 100 % zoomt. Deshalb sind bei Gebrauchtgeräten die Erfahrungsberichte von Fotografen, die die Dateien tatsächlich ausgedruckt und nachbearbeitet haben, wichtiger als die MTF-Diagramme der Hersteller.
Die drei klassischen Brennweiten: 85mm, 50mm, 135mm
Im Vollformat-Porträt gibt es drei Brennweiten, die fünfzig Jahre technischer Entwicklung unbeschadet überdauert haben: 85mm, 50mm und 135mm. Es ist keine Nostalgie, es ist Geometrie. Diese Brennweiten erzeugen Gesichtsproportionen und Hintergrundtrennungen, die unser Auge als „natürlich“ oder „filmisch“ liest. Bei APS-C skalieren die Werte entsprechend dem Crop-Faktor: etwa 56mm, 35mm und 90mm äquivalent werden zu den neuen Referenzwerten.
85mm: der Standard für Porträts im Halbbild
Das 85mm gilt aus zwei messbaren Gründen als König der Porträtfotografie. Der erste ist der Arbeitsabstand: Für eine Halbtotale halten Sie etwa 2,5–3 Meter Abstand zum Motiv, nah genug, um es per Anweisung zu dirigieren, aber weit genug, um seinen persönlichen Raum nicht zu verletzen. Der zweite Grund ist die Wiedergabe der Gesichtsproportionen. Bei dieser Brennweite bleiben Nase, Wangenknochen und Ohren im Verhältnis, das das Gehirn als wahrhaftig erkennt, ohne die Dehnung, die man bei 35mm sieht, oder die übermäßige Komprimierung, die bei langen Teleobjektiven auftritt.
Moderate compression helps separate the subject from the background already at f/2.8, and becomes dramatic at f/1.8. For beginners, an 85mm f/1.8 is the choice that offers the best value for money in the entire photographic system.
50mm: die Alltags- und Umwelt-Optik
Das 50mm erfüllt eine andere Aufgabe: das kontextualisierte Porträt. Nehmen Sie einen Teil der Umgebung auf — das Fenster, die Ziegelwand, die Theke der Bar — und erzählen Sie, wer die Person ist, nicht nur, wie sie aussieht. Die Arbeitsdistanz sinkt auf 1,5–2 Meter für eine Halbtotale, mit einer stärkeren Einbindung zwischen Fotograf und Motiv.
Auf APS-C wird das 50mm zum 75mm-Äquivalent und ändert seine Aufgabe: Es wird zu einem fast reinen Porträtobjektiv und verliert seine Umweltorientierung. Genau deshalb hat, wer ein APS-C-Kameragehäuse mit einem 50mm f/1.8 im Schrank hat, bereits ein solides Porträtobjektiv, ohne es zu wissen.
135mm: für die Puristen der Nahaufnahme
135mm ist die Brennweite für das enge Nahaufnahme- und die extreme Kompression. Die Arbeitsdistanz steigt auf 4–5 Meter für eine Halbtotale, der Hintergrund wird flacher, das Bokeh schmilzt auf eine Weise, die keine kürzere Brennweite reproduzieren kann.
Die Einschränkungen sind ebenso offensichtlich:
- Platzbedarf: In Räumen oder kleinen Studios mit einer Tiefe von unter 5 Metern ist es unmöglich, auch nur eine Ganzkörperaufnahme zu machen.
- Kommunikation: In 5 Metern Entfernung bedeutet das Dirigieren des Motivs, die Stimme zu erheben oder einen Assistenten zu nutzen.
- Gewicht und Preis: Die hellen 135mm f/1.8 Objektive sind große Linsen, über ein Kilo schwer, und kosten das Doppelte eines 85mm mit gleicher Blende.
Es ist eine Optik für Kenner, die genau wissen, was sie wollen. Als zweites, spezialisiertes Objektiv, nicht als erster Kauf.
Maximale Blende: Wie viel f/1.4 wirklich nötig ist
Der Unterschied zwischen f/1.4 und f/1.8 beträgt einen Blendenwert. Beim Preis ist es das Dreifache, beim Gewicht fast das Doppelte, in der praktischen Leistung oft kaum wahrnehmbar. Es lohnt sich nur, wenn Sie genau wissen, warum Sie es brauchen.
f/1.4: du zahlst das Dreifache für eine Blende Licht
Ein neues 85mm f/1.4 für 1.500 Euro wiegt 950–1.100 Gramm und hat bei voller Blende eine Schärfentiefe von nur wenigen Zentimetern auf Porträtdistanz. Fokussiert man auf das rechte Auge, ist das linke bereits weich. Bewegt sich das Motiv um einen halben Schritt, ist der Auslöser verfehlt.
Der Autofokus bei f/1.4 arbeitet unter schwierigen Bedingungen: geringere Toleranz gegenüber Front-/Back-Fokus, höhere Anforderungen an den Motor. Bei aktuellen Mirrorless-Körpern mit Eye-AF verbessert sich die Situation erheblich, aber bei gebrauchten Spiegelreflexkameras liegt die Ausschussrate bei voller Blende oft über 30%. Im Studio mit Blitz, wo man auf f/5.6-f/8 abblendet, um das gesamte Gesicht scharf zu stellen, wird die maximale Blende irrelevant.
Es lohnt sich, für das f/1.4 in drei realen Fällen zu zahlen:
- Hochzeitsreportage in der Kirche bei可用em Licht, bei dem jeder zusätzliche Blendenwert die ISO unter 6400 hält.
- Editorial-Porträt mit extremem Bokeh-Look als bewusste stilistische Entscheidung.
- Professionelle Arbeit, bei der der Kunde die spezifische Bildqualität eines Sigma Art oder eines G Master bezahlt.
f/1.8: das Preis-Leistungs-Verhältnis, das in 90 % der Fälle Sinn ergibt
Ein gebrauchtes 85mm f/1.8 kostet je nach Bajonett zwischen 250 und 400 Euro, wiegt 350–400 Gramm und erzeugt bei voller Blende bereits eine mehr als ausreichende Unschärfe, um das Motiv vom Hintergrund zu trennen. Der visuelle Unterschied zum f/1.4 bei gleicher Distanz ist am kalibrierten Monitor erkennbar, nicht in den sozialen Medien.
Für alle, die Porträtfotografie als Nebenerwerb betreiben, für die Familie oder für persönliche Projekte, ist die f/1.8 die richtige Wahl. Das Nikon 85mm f/1.8G, das Canon EF 85mm f/1.8 USM und das Sony FE 85mm f/1.8 sind alle ehrliche Objektive, die gebraucht zwischen 280 und 400 Euro kosten und ihre Arbeit ohne sichtbare Kompromisse erledigen.
f/2.8 Zoom: Wann es sich im Vergleich zu einer Festbrennweite lohnt
Das 70-200 f/2.8 ist ein anderes Werkzeug. Es ist kein Ersatz für das helle Festbrennweitenobjektiv, es ist eine andere Maschine. Es wiegt 1.400–1.500 Gramm, kostet gebraucht zwischen 700 und 1.300 Euro und macht Sinn, wenn Sie die Kirchenzeremonie, die Feier und den Unternehmensreportage abdecken müssen, bei dem Sie alle zwei Minuten das Objektiv wechseln können.
Bei f/2.8 und 200mm ist die Schärfentiefe bei mittlerem Abstand ähnlich wie bei einem 85mm f/1.4, daher ist der Bokeh-Effekt vorhanden. Was Sie verlieren, ist das Licht in dunklen Innenräumen und das Gewicht am Hals nach acht Stunden. Für das reine Posieren-Porträt bleibt ein Festbrennweitenobjektiv mit f/1.8 leichter, schärfer in der Mitte und kostet weniger als die Hälfte des Preises.
System und Bajonett: Wähle das Objektiv, das dein Kameragehäuse trägt
Das Bajonett Ihres Kameragehäuses bestimmt 70 % der Objektive, die Sie sich realistisch leisten können. Ein fantastisches 85mm für ein Standard zu kaufen, das Ihr System nicht nativ unterstützt, bedeutet, einen Adapter zu bezahlen, schnellen AF zu verlieren und Kompromisse einzugehen. Bevor Sie das Objektiv wählen, schauen Sie, was Sie in der Hand haben.
Sony E-mount: das reichhaltigste Ökosystem im Gebrauchtmarkt
Sony hat den Krieg um den gebrauchten Objektivpark gewonnen, und die Sony A7 Mark II für 550 Euro ist der Beweis: ein Vollformat mit 5-Achsen-Stabilisierung und Zugang zum gesamten nativen FE-Katalog, plus funktionierende Adapter für Canon EF, Minolta A und Leica M. Für Porträts bedeutet das ein Samyang AF 85mm f/1.4 FE für etwa 400-500 Euro oder ein Sony FE 85mm f/1.8 für ca. 450 Euro im Gebrauchtmarkt.
Auf APS-C bleibt die Sony A6000 für 360 Euro die intelligenteste Basis für Einsteiger. Mit einem Sigma 56mm f/1.4 DC DN (entspricht 84mm) baust du ein kompaktes Porträt-Kit unter 700 Euro Gesamtkosten, das Cover-Qualität liefert. Die Schwäche des Kameragehäuses liegt im Sucher, nicht in der Bildqualität.
Canon RF und EF: zwei Schienen, zwei Strategien
Die Canon EOS RP für 600 Euro ist ein natives Full-Frame-Modell mit RF-Bajonett, aber der gebrauchte RF-Objektivpark ist noch teuer. Die eigentliche Strategie ist der originale Canon EF-RF-Adapter (ca. 100 Euro): Er öffnet den Zugang zur gesamten Geschichte der EF-Objektive, einschließlich Juwelen wie dem 85mm f/1.8 USM, das seit 1992 im Handel ist und gebraucht unter 300 Euro zu finden ist. Es funktioniert mit voller Geschwindigkeit, ohne Belichtungsverlust, mit nativem AF.
Wenn Sie hingegen noch eine EF-Spiegelreflexkamera (5D Mark II, 6D, 80D) besitzen, können Sie die gleichen Objektive direkt aufsetzen. Zu den Orientierungshilfen bei der Systemwahl haben wir einen dedizierten Vergleich verfasst: Canon vs Nikon vs Sony: welche wählen.
Fuji X und Micro Four Thirds: APS-C und 4/3 für Porträts
Auf kleineren Sensoren werden die Brennweiten skaliert. Kurze Zusammenfassung:
- Fujifilm APS-C (crop 1.5x): das 56mm f/1.2 entspricht 85mm auf Vollformat. Die Fujifilm X-T1 für 380 Euro in Kombination mit dem gebrauchten 56mm f/1.2 liefert Porträts, die mit Vollformat-Kameras für 2.000 Euro mithalten können.
- Micro 4/3 (crop 2x): das 45mm f/1.8 entspricht 90mm. Die Olympus OM-D E-M1 mark II für 600 Euro plus dieses 45mm kostet insgesamt unter 800 Euro und wiegt weniger als ein kg.
Der Nachteil des Crops ist das Bokeh: Bei gleicher äquivalenter Brennweite und Blende ist die Unschärfe weniger ausgeprägt. Für viele Porträtarten – Ambient, Lifestyle, Reportage – ist das kein Problem. Für Beauty-Porträts auf Vollformat mit f/1.4 macht es jedoch noch einen Unterschied.
Vintage adaptiert: Vintage-Bokeh zum günstigen Preis
Ein Helios 44-2 für 60 Euro erzeugt ein Swirly-Bokeh, das kein modernes Objektiv repliziert. Genau deshalb hält sich das adaptierte Vintage: ein erkennbarer optischer Charakter zu einem Bruchteil der Kosten. Aber den Preis zahlst du im Workflow, nicht in Euro.
Helios 44, Takumar 55mm, Pentacon 135mm: die Klassiker unter 100 Euro
Drei Objektive aus der Sowjetunion und Deutschland, die seit Jahrzehnten auf Flohmärkten zu finden sind und auf modernen Sensoren nach wie vor ihre Berechtigung haben.
- Helios 44-2 58mm f/2 (40-80 Euro, Bajonett M42): „swirly" Bokeh an den Rändern, wenn der Hintergrund punktförmige Lichter enthält. Weiche Wiedergabe bei f/2, niedriger Kontrast. Entspricht auf APS-C etwa 87mm, perfekte Porträtbrennweite.
- Super Takumar 55mm f/1.8 (60-100 Euro, Bajonett M42): leicht gelbes thoriertes Glas in älteren Versionen, hervorragende Schärfe bereits bei f/2.8, warme Farbwiedergabe, die viele gezielt in der Nachbearbeitung anstreben.
- Pentacon 135mm f/2.8 (50-90 Euro, Bajonett M42): das „Bokeh-Monster" mit 15 Lamellen. Schwer (650 Gramm), aber auf Full-Frame-Mirrorless-Kameras baust du ein 135mm f/2.8 mit dichtem Unschärfebereich für weniger als 100 Euro Gesamtkosten.
Auch Jupiter-9 85mm f/2 und Carl Zeiss Jena Pancolar 50mm f/1.8 fallen in diese Preisklasse, werden aber zunehmend schwerer in einem ordentlichen Zustand zu finden.
Adapter: günstig vs. mit Fokussicherung
Der mechanische Adapter von M42 auf Sony E oder Canon RF kostet 15–25 Euro auf Amazon und tut seinen Job: Er hält das Glas auf dem richtigen Abstand zum Sensor. Für Nikon Z und Fuji X gilt dieselbe Preisklasse.
Der Chip-Adapter, der die Fokusbestätigung und EXIF-Daten an das Kameragehäuse sendet, kostet 60–90 Euro. Er ist wirklich nur nötig, wenn Ihre Kamera kein Focus Peaking oder eine schnelle Live-View-Zoomfunktion besitzt. Bei Sony A7 III, Fuji X-T3 und jeder Spiegellosen der letzten sechs Jahre ist das Peaking präzise und ein Basis-Adapter reicht aus. Geben Sie 80 Euro nur aus, wenn Sie eine Spiegelreflexkamera mit optischem Sucher verwenden, bei der die Fokusbestätigung die einzige zuverlässige Referenz ist.
Reale Grenzen: kein AF, Stop-down-Blitzmessung
Das Vintage-Adaptieren bedeutet 100 % manuelle Fokussierung. Kein Eye-AF, kein Tracking, keine Nachführung, wenn sich das Motiv bewegt. Für kontrollierte Porträts funktioniert es, für rennende Kinder nicht.
Der Belichtungsmesser arbeitet im Stop-down-Modus: Schließen Sie die Blende, und die Kamera misst das tatsächliche Licht. Bei Mirrorless-Kameras ist dies transparent, bei Spiegelreflexkameras wird der Sucher bei f/8 oder f/11 dunkel. Fügen Sie das Fehlen einer Stabilisierung hinzu (außer IBIS im Kameragehäuse), und Sie verstehen, warum diese Objektive nur dann Sinn ergeben, wenn Sie den langsamen Workflow akzeptieren. Wenn Sie dies tun, schenken sie eine Wiedergabe, die ein Sony 85mm f/1.8 für 500 Euro, das in jeder Hinsicht perfekt ist, schlicht nicht hat.
Was Sie bei einem gebrauchten Objektiv vor dem Kauf prüfen sollten
Drei Minuten Test am Tresen ersparen Reparaturen für 200 Euro. Gebrauchtobjektive haben spezifische, wiederkehrende Mängel, die ohne Werkzeuge erkennbar sind. Wenn Sie privat kaufen und nicht wissen, worauf Sie achten müssen, zahlen Sie blind. Für den Überblick über den Gebrauchtmarkt gibt es unseren Artikel über die 5 Fehler, die man beim Kauf einer gebrauchten Kamera vermeiden sollte, hier gehen wir direkt auf die Objektive ein.
Ölgeschmierte Iris und Blendenlamellen
Das Ölwasser ist der häufigste Defekt an alten, hellen Festbrennweiten aus den letzten 10–20 Jahren. Es handelt sich um das Schmiermittel der Blendenlamellen, das auf die Oberfläche der Blende wandert und diese träge oder blockiert. So erkennen Sie es:
- Entfernen Sie das Objektiv vom Kameragehäuse und schauen Sie von der Bajonettseite.
- Drücken Sie die Blendenverriegelungshebel (bei Canon EF ist er mechanisch, bei Nikon AI-S gibt es die Schiene).
- Die Lamellen müssen sich augenblicklich und trocken schließen und wieder öffnen.
- Wenn Sie glänzende Streifen auf den Lamellen oder eine gummiartige Bewegung sehen, ist es ölig.
Bei 50mm f/1.4 aus den 90er Jahren und bei 100mm Makro-Objektiven im Vintage-Stil ist dies fast epidemisch. Die Reparatur in der Werkstatt kostet 80–150 Euro. Es ist nicht das Ende der Welt, aber es muss sich auf den Preis auswirken.
Verzeichnung und Schärfe an den Rändern
Die Zentrierung ist gestört, wenn eine Linsengruppe von der optischen Achse verschoben wurde, in der Regel nach einem Sturz. Schnelltest: glatte Wand, Abstand 2 Meter, Objektiv auf volle Blende, Fokus in der Mitte. Laden Sie die Bilder herunter und vergrößern Sie die vier Ecken auf 100 %. Wenn eine Ecke deutlich weicher ist als die anderen drei, liegt eine Fehlzentrierung vor. Eine physiologische Unterschied zwischen Zentrum und Rändern ist normal, aber eine Asymmetrie zwischen den Ecken nicht.
AF-System: Brummen, Langsamkeit, Hunting
Bei Motoren mit Spindel (Nikon AF-D, Pentax K) ist ein mechanisches Summen normal, da das Kameragehäuse die Linsen bewegt. Bei internen Motoren USM, SWM, STM muss der Betrieb leise und linear sein. Warnsignale:
- Endloses Suchen auch bei gutem Licht und kontrastreichem Motiv — Motor oder Encoder defekt.
- Plötzliche Auslösungen und Geräusche von reibendem Kunststoff — verschlissene Zahnräder.
- AF startet erst nach 2-3 halben Druckungen — Kontakte oder Flachkabel.
Kabel und elektronische Kontakte
Bei den Objektiven für Spiegellose Kameras verursachen verschmutzte Kontakte Firmware-Fehler, die wie schwere Defekte aussehen. „Objektivfehler“, chaotische Belichtung, EXIF-Daten ohne Blendeninformationen. Bevor Sie es als defekt betrachten, reinigen Sie die goldenen Kontakte mit einem weichen Radiergummi oder einem Mikrofasertuch. Ein Drittel der „Defekte“, die zu uns gebracht werden, sind genau das. Bei Modellen mit internem Bajonett und flexiblem Flachbandkabel ist ein Riss im Flachbandkabel jedoch endgültig und lässt sich nur durch Öffnen erkennen: Bedenken Sie dies, wenn der Preis ohne ersichtlichen Grund zu niedrig ist.
Reale Budget: Was man für 200, 400 und 800 Euro bekommt
Die drei Preisschwellen, die ich jede Woche am Tresen sehe, sind diese: 200, 400 und 800 Euro. Unter 200 Euro betritt man die Welt der ersten hellen Festbrennweiten. Für 400 Euro nimmt man ein 85mm f/1.8 mit nach Hause, das 90 % der Arbeit eines f/1.4 für 1.500 Euro erledigt. Ab 800 Euro kauft man Objektive, die vor zehn Jahren noch Ausrüstung für professionelle Hochzeitsfotografen waren.
Unter 200 Euro: das erste helle Festbrennweitenobjektiv
Das 50mm f/1.8 ist die universelle Wahl in dieser Preisklasse, unabhängig vom Bajonett. Es ist leicht, günstig, öffnet bis f/1.8 und lehrt Sie, mit einer Festbrennweite zu komponieren.
- Canon EF 50mm f/1.8 STM — 100-130 Euro gebraucht. Stiller STM-Motor, ordentliches AF, Kunststoffgehäuse, aber ehrliche Optik.
- Nikon AF-S 50mm f/1.8G — 130-160 Euro. Robuster als das Canon-Objektiv, exzellente Schärfe in der Mitte bereits bei f/2.
- Sony FE 50mm f/1.8 — 150-180 Euro. Etwas langsames und lautes AF, aber auf Sony-Fullframe-Sensoren sehr gute Abbildungsleistung.
- Fujifilm XF 50mm f/2 WR — 250 Euro gebraucht (über der Schwelle, aber die Anmerkung lohnt sich). Wetterfest, extrem schnelles AF, 75mm-Äquivalent auf APS-C: faktisch ein Mini-Porträtobjektiv.
Auf APS-C wird das 50mm zu einem Äquivalent von 75–80mm: bereits eine echte Porträtbrennweite, kein Standardobjektiv.
300-400 Euro: Das 85mm f/1.8, das alles verändert
Hier erfolgt der deutliche Qualitätssprung. Das 85mm f/1.8 ist die historische Porträtbrennweite auf Vollformat und zu diesem Preis finden Sie exzellente Versionen.
- Canon EF 85mm f/1.8 USM — 280-350 Euro. Aus dem Jahr 1992, aber das Glas ist noch in Ordnung, schnelles USM-AF, leicht (425g).
- Nikon AF-S 85mm f/1.8G — 350-420 Euro. Wahrscheinlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Nikon-Porträt-Katalog.
- Sony FE 85mm f/1.8 — 400-480 Euro. Natives E-Bajonett, schneller und leiser AF, federleicht (370g).
- Fujifilm XF 56mm f/1.2 R (erste Version) — 450-550 Euro. 85mm-Äquivalent auf APS-C, eines der beliebtesten Objektive im X-System.
Im Vergleich zum 50mm-Kitobjektiv ist der Unterschied deutlich: korrekte perspektivische Kompression, weichere Unschärfe und eine Trennung von Motiv und Hintergrund, die das 50mm-Objektiv bei gleicher Blende nicht leisten kann.
600-800 Euro: gebrauchte professionelle Objektive
Ab dieser Preisklasse kommen Objektive ins Spiel, die im Neuzustand das Doppelte oder Dreifache kosten. Drei konkrete Richtungen:
- Sigma 85mm f/1.4 Art (für Canon EF, Nikon F, Sony E) — 600-750 Euro gebraucht. Wiegt wie ein Ziegelstein (1.130g), aber die Leistung bei f/1.4 ist legendär.
- Canon EF 85mm f/1.4L IS USM — 800-950 Euro gebraucht. Mit Bildstabilisator, wetterfest, eines der besten Porträt-Objektive, die Canon je produziert hat.
- Nikon AF-S 105mm f/1.4E ED — 800-1.000 Euro. Etwas längere Brennweite, ein Bokeh, das Geschichte geschrieben hat.
Für dieses Budget gilt weiterhin der Rat: Besser ein gebrauchtes f/1.4 der zweiten Generation als ein neues f/1.4 der ersten Generation. Die modernen Objektive haben in den letzten sieben bis acht Jahren einen echten Sprung gemacht, insbesondere bei der Korrektur der chromatischen Aberration bei offener Blende.
Kombinationen aus Kameragehäuse + Objektiv: Komplettsets unter 1.000 Euro
Das Schöne am Porträt auf dem Gebrauchtmarkt ist, dass man nicht über 1.000 Euro hinausgehen muss, um ein Kit zu bekommen, das wirklich funktioniert. Hier sind vier reale Kombinationen, basierend auf den Kameragehäusen, die wir heute auf Lager haben, und den Objektiven, die am häufigsten über den Tresen gehen. Jedes Kit hat einen klaren Charakter: Wählen Sie das, das zu Ihrer Art zu fotografieren passt, nicht das mit der längsten Spezifikationsliste.
Sony A6000 + 50mm f/1.8 OSS: APS-C-Porträt für insgesamt 600 Euro
Die Sony A6000 für 360 Euro plus ein gebrauchtes 50mm f/1.8 OSS für ca. 220–240 Euro ergibt ein Gesamtpaket von rund 600 Euro. Die Brennweite entspricht 75mm, etwas kürzer als das klassische 85mm, aber ideal für Porträts im Halbbild und mit Umgebung. Das System wiegt insgesamt weniger als 600 Gramm, der Autofokus ist bei ruhigen Gesichtern schnell und das OSS im Objektiv hilft, wenn man unter 1/60 Sekunde geht. Für Einsteiger ist dies das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im gebrauchten Mirrorless-Segment.
Sony A7 II + Samyang 85mm f/1.4 manuell: Vollformat für 850 Euro
Die Sony A7 Mark II startet in unserem Bestand bei 550 Euro. Füge ein gebrauchtes Samyang 85mm f/1.4 für etwa 280–300 Euro hinzu, und du bist unter 850 Euro mit einem Full-Frame-Kit und einem echten f/1.4-Objektiv. Der Kompromiss ist der manuelle Fokus: Der Focus Peaking der A7 II macht ihn handhabbar, aber wenn du Kinder oder dynamische Events fotografierst, ist dieses Kit nicht für dich. Für posiertes Porträt in kontrollierter Umgebung ist die Leistung bei voller Blende bemerkenswert.
Canon EOS RP + RF 50mm f/1.8 STM: kompaktes Vollformat für 800 Euro
Die Canon EOS RP für 600 Euro plus ein gebrauchtes RF 50mm f/1.8 STM für ca. 180–200 Euro ergibt ein extrem leichtes Full-Frame-Kit unter 700 Gramm. Dieses Kit empfehlen wir allen, die vom Smartphone kommen und den Vollformatsensor nutzen möchten, ohne schwere Objektive erlernen zu müssen. Die AF-Augenerkennung ist zuverlässig, die Canon-Dateien liefern bereits angenehme Hauttöne und das RF 50 bietet eine weiche, aber an der richtigen Stelle gezeichnete Wiedergabe.
Fujifilm X-T1 + 56mm f/1.2 gebraucht: der Fuji-Film-Look
Die Fujifilm X-T1 für 380 Euro, kombiniert mit einem gebrauchten XF 56mm f/1.2 (520–580 Euro auf dem Markt), schließt das Set knapp über 900 Euro ab. Äquivalenz 85mm, reale Blende f/1.2, Fuji-Film-Simulationen direkt im JPEG. Das Set für alle, die die Fuji-Farbwiedergabe wollen, ohne über Lightroom zu gehen: Auslösungen, Exporte, Übergaben.
Wenn Sie ein moderneres APS-C-Modell mit aggressiverem AF-Tracking für Gesichter bevorzugen, ist die Sony A6100 für 600 Euro die natürliche Wahl; wenn das Budget jedoch wirklich knapp ist, ist die Canon EOS R100 für 400 Euro plus ein EF 50mm f/1.8 STM mit EF-RF-Adapter (ca. 200 Euro für das Set) das günstigste Porträt-Kit im Sortiment.
Was wir im Labor vor dem Wiederverkauf eines Objektivs tun
Jedes Objektiv, das in den Laden kommt, wird vor der Auslage am Prüfstand kontrolliert. Das ist kein Marketing: So stellen wir sicher, dass wir kein 85mm mit klebrigem Blendenring oder ein 135mm mit einer Zentrierungsabweichung von einem halben Millimeter verkaufen. Drei feste Schritte, ergänzt durch gezielte Eingriffe am einzelnen Stück, wenn nötig.
Tests mit Kollimator und Auflösungstabellen
Der Kollimator ist ein optisches Instrument, das ein Ziel in die virtuelle Unendlichkeit projiziert. Wir nutzen ihn, um zwei Dinge zu überprüfen: dass das Objektiv dort scharf stellt, wo es scharf stellen soll, und dass es dies gleichmäßig über das gesamte Bildfeld tut. Eine Zentrierungsabweichung von wenigen Zehntelmillimetern ist bei f/8 an der Wohnzimmerwand nicht sichtbar, aber bei f/1.8 auf einem Gesicht in zwei Metern Entfernung erzeugt sie eine unscharfe Seite, die der Kunde erst nach dem ersten Shooting entdeckt.
Nach dem Kollimator montieren wir das Objektiv auf das Kameragehäuse und nehmen mit einer Standard-Auflösungstabelle bei verschiedenen Blendenwerten Aufnahmen auf. Wir vergleichen die Schärfe in der Mitte und in den vier Ecken. Wenn einer der Ränder asymmetrisch gegenüber dem gegenüberliegenden nachgibt, wird das Objektiv zur Neuzentrierung in die Werkstatt zurückgegeben oder als "nur für weiche Hintergründe geeignet" mit angepasstem Preis ins Lager aufgenommen.
Innere Reinigung von Objektiv und Blende bei Bedarf
Wir zerlegen nicht jedes Objektiv, das bei uns eingeht. Das wäre zwecklos und würde Risiken mit sich bringen. Wir greifen nur ein, wenn wir Folgendes feststellen:
- Sichtbare Pilzbefall zwischen den Linsen: Behandlung mit UV und Reinigung, oder Aussortierung, wenn der Pilzwuchs die Antireflexbeschichtung beschädigt hat.
- Öliger Blendenmechanismus: Die Lamellen schließen bei f/1.4 und f/2 nicht rechtzeitig und die Auslösungen sind um eine Blende überbelichtet. Demontage und Entfettung.
- Blockierte elektronische Blende bei Canon EF und Sony FE: Oft ist das interne Flachbandkabel betroffen. Austausch, sobald das Ersatzteil verfügbar ist.
- Freischwebender Staub hinter der hinteren Linse: Reinigung, wenn er sichtbar stört, andernfalls im Datenblatt angegeben.
Wenn eine Reparatur mehr kosten würde als der Restwert des Objektivs, wird das Objektiv als as is mit reduziertem Preis und explizitem technischen Hinweis in den Bestand aufgenommen. Keine Überraschungen.
2 Jahre Garantie auch auf Objektive
Bei den Kameragehäusen ist eine 2 Jahre Garantie im professionellen Gebrauchtmarkt mittlerweile weit verbreitet. Bei den Objektiven bleibt dies eine Ausnahme: Die meisten Händler beschränken sich auf 6 oder 12 Monate. Wir gewähren auch für unser Objektivsortiment die gleichen 24 Monate Garantie.
Was konkret abgedeckt ist: Ausfall des Autofokusmotors, blockierte Blende, elektronische Kontakte, die die Kommunikation mit dem Kameragehäuse verlieren, sowie Zoom- oder Fokusringe, die über die Toleranz hinaus hart oder träge werden. Was nicht abgedeckt ist: Stöße, Wassereintritte, nicht autorisierte Demontagen. Die Garantie wird mit der Rechnung aktiviert und bleibt dem Objektiv erhalten, auch wenn Sie es innerhalb von 24 Monaten an einen Freund weiterverkaufen.
Häufige Fragen
Ist ein 50mm f/1.8 oder ein 85mm f/1.8 das bessere erste Porträt-Objektiv?
Es hängt vom Raum ab, in dem du fotografierst. In einer Wohnung oder einem Haus ist das 50mm-Objektiv besser handhabbar, da es dir ermöglicht, 1,5–2 Meter Abstand zum Motiv zu halten. Im Freien oder im Studio bietet das 85mm-Objektiv eine bessere Kompression und Trennung. Wenn du nur eines auswählen und hauptsächlich in geschlossenen Räumen fotografieren musst, nimm das 50mm; wenn du große Räume hast oder draußen arbeitest, das 85mm.
Ist ein 85mm f/1.4 wirklich doppelt so teuer wie ein f/1.8?
Für alle, die nicht vom Porträt leben, nein. Der Unterschied zwischen f/1.4 und f/1.8 beträgt einen Blendenwert und eine leicht reduzierte Schärfentiefe. In der Praxis ist die Fokusebene bei f/1.4 oft so dünn, dass man auf ein Auge scharfstellt und das andere bereits weich ist. Die meisten professionellen Porträts, die in Zeitschriften veröffentlicht werden, sind zwischen f/2 und f/2.8 aufgenommen.
Kann ich ein adaptiertes Vintage-Objektiv für Porträts verwenden?
Ja, aber nur, wenn Sie die manuelle Fokussierung und den Belichtungsmesser im Stop-down-Modus akzeptieren. Objektive wie das Helios 44-2 58mm f/2 oder das Takumar 55mm f/1.8 kosten 50–80 Euro und bieten eine charakteristische Wiedergabe für Porträts. Sie funktionieren gut auf Mirrorless-Kameras, wo Ihnen der Fokus-Peaking hilft, bei offener Blende scharfzustellen. Auf Spiegelreflexkameras ohne Unterstützung ist es frustrierend.
Welche Brennweite auf APS-C entspricht einem 85mm auf Vollformat?
Bei APS-C-Sensoren von Canon, Nikon, Sony und Fuji beträgt der Crop-Faktor 1,5x (bei Canon 1,6x). Daher entspricht ein Objektiv, das eine ähnliche Bildausschnitt wie ein 85mm auf Vollformat liefert, etwa einem 56mm. Aus diesem Grund produziert Fujifilm ein 56mm f/1.2, das als Referenz für Porträts im X-System gilt. Bei Micro Four Thirds beträgt der Crop-Faktor 2x, sodass ein 42-45mm einem 85mm auf Vollformat entspricht.
Lohnt es sich, ein 70-200 f/2.8 Zoom anstelle eines 85mm Festbrennweitenobjektivs zu kaufen?
Für das reine Porträt nein, es ist eine Verschwendung von Gewicht und Budget. Das 70-200 hat nur dann Sinn, wenn Sie Zeremonien, Events oder Sport fotografieren oder wenn Sie die Bildkomposition schnell ändern müssen, ohne sich zu bewegen. Für posiertes oder Familienporträt wiegt ein festes 85mm f/1.8 ein Drittel weniger, kostet die Hälfte und liefert bei gleicher Blende gleich gute oder bessere Ergebnisse.
Wie kann ich ein Objektiv vor dem Kauf von einem Privatmann testen?
Nehmen Sie eine Kamera mit demselben Bajonett mit oder bitten Sie den Verkäufer, Auslöser zu betätigen. Prüfen Sie den Autofokus auf ein stehendes und ein bewegtes Motiv. Fotografieren Sie eine Wand oder eine Zeitung aus kurzer Distanz bei voller Blende, um zu sehen, ob das Objektiv exzentrisch ist (eine Seite wird sichtbar weicher sein als die andere). Öffnen und schließen Sie die Blende gegen das Licht, um zu prüfen, ob die Lamellen sauber oder ölig sind. In drei Minuten wissen Sie, ob das Objektiv gesund ist.
Haben die gebrauchten Objektive, die wir verkaufen, eine Garantie?
Ja, 2 Jahre Garantie auf alle von ReflexMania verkauften Objektive, einschließlich Vintage-Modelle. Bevor ein Objektiv in den Bestand aufgenommen wird, durchläuft es in unserem Labor eine Prüfung auf Schärfe, Zentrierung, Blendenfunktion, Autofokus und, falls erforderlich, eine interne Reinigung. Sollte im Labor ein irreparabler Defekt festgestellt werden, wird das Objektiv nicht zum Verkauf angeboten.
Brauchst du eine Beratung, bevor du dein Porträtobjektiv wählst?
Wenn Sie Fragen zu einem Kauf haben oder eine Beratung für Ihren spezifischen Fall wünschen, schreiben Sie uns. Wir geben kostenlose Beratung, weil wir zuerst Fotografen und dann Verkäufer sind, und weil ein Kunde, der schlecht kauft, nicht mehr zur Fotografie zurückkehrt.
Drei Möglichkeiten, uns zu kontaktieren:
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Artikel von Matteo für das Team ReflexMania. Letzte Aktualisierung: Mai 2026. Preise und Verfügbarkeit beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung.